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Ärzte-Kritik: "Kinder immer unsportlicher"

Salzburgs Kinder werden immer unsportlicher. Das beklagen führende Ärzte im Landeskrankenhaus. Vor 20 Jahren seien Kinder noch deutlich beweglicher und gesünder gewesen.

 "Oft zu ängstlich". Eltern teilweise mit schuld
Daran seien einerseits Playsation und Co. schuld, andererseits aber auch die Eltern - diese seien oft zu ängstlich und befürchten, dass ihren Kindern beim Sport etwas passieren könnte, kritisieren die Mediziner.

"15 Prozent der Kinder betreiben überhaupt keinen Sport". Zahl der Übergewichtigen hat sich verdoppelt
Baumklettern, Sackhüpfen, Fangenspielen: Was früher ganz normal war, sei für manche Kinder heute die absolute Ausnahme, beobachtet Kinderchirurg Günther Schimpl, Primar am Landeskrankenhaus."Es gibt österreich-weite Statistiken. Sie zeigen, dass wir heut doppelt so viele übergewichtige, inaktive Kinder haben wie noch vor 20 Jahren. 15 Prozent der Kinder betreiben heute überhaupt keine sportliche Aktivität mehr - außer das Bedienen der Playstation", sagt Schimpl.

"Weniger Kraft und Ausdauer". "Kinder heute viel 'patscherter' als früher"
Ganz ähnliche Beobachtungen wie Schimpl macht der Primar am Institut für Physikalische Medizin, Anton Wicker.
"Es gibt genug Studien, dass die Koordination der Kinder, ihre Kraft und Ausdauer im Schnitt heutzutage deutlich geringer ist als früher.
Volkstümlich kann man sagen: Die Kinder sind heute viel 'patscherter' als vor 20 Jahren, weil sie viel weniger Möglichkeiten haben, Bewegungserfahrung zu sammeln."

"Aufklären, wie man das Risiko beim Sport minimiert". "Kinder nicht vom Sport abhalten"
Aber nicht immer sei die Faulheit der Kinder das Problem, sondern mitunter auch die Angst der Eltern. Die Ärzte beobachten zunehmend, dass Erwachsene ihren Nachwuchs nicht mehr herumtollen lassen, berichtet Primar Schiml.
"Es sollte - so glaube ich - unsere gemeinsame Aufgabe sein, das Kind tunlichst nicht von einer sportlichen Aktivität abzuhalten, indem man den Finger hoch hebt und sagt: Das ist gefährlich, risikoreich und für das Kind daher schädlich. Unsere Aufgabe ist vielmehr, Aufklärungsarbeit zu leisten, wie man eine Sportart sicher macht und das Risiko minimiert."

"Man kann nicht alles vor planen". "Hauptsache Sport"
Für Kinder seien viele Sportarten geeignet - am besten solche, die Bewegung mit Spiel und Koordinationstraining verbinden. Aber grundsätzlich gelte: Hauptsache Sport, ergänzt Primar Anton Wicker.
"Einen gewissen Schutzengel braucht jeder von uns und eben auch Kinder. Und man kann nicht alles und jedes vor planen."

FOTO © Rainer Sturm / PIXELIO

20.07.2010 11:08

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