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FIVERS stehen im Achtelfinale

@ GEPA Pictures

Der HC FIVERS WAT Margareten schrieb Dienstagabend ein weiteres Stück Europacup-Geschichte. Die 25:29 (16:16) Niederlage bei Fenix Toulouse (FRA) reichte den Margaretnern, um das direkte Duell mit den Franzosen für sich zu entscheiden und damit als Gruppenvierter ins Achtelfinale der neuen EHF European League aufzusteigen. Dort trifft man nun am 23. (zuhause) und 30. (auswärts) März auf die Füchse Berlin.

Eines war in diesem Europacup-Krimi von Beginn weg schnell klar - die Franzosen würden die Gäste nicht mit Samthandschuhen angreifen und Geschenke wird es schon gar keine geben. Die FIVERS mussten viel einstecken, nahezu jeder Treffer war sprichwörtlich hart erarbeitet. Kein Wunder, dass bereits in den ersten 17 Minuten drei Zeitstrafen bei Toulouse zu Buche standen. Bei den FIVERS kurz darauf allerdings auch.

Taktisch waren die Franzosen bestens auf die Margaretner eingestellt, neutralisierten Lukas Hutecek und Tobias Wagner nahezu komplett. Im Angriff zeigten sich die Gastgeber zudem enorm effizient. Nach zwölf Minuten führte Toulouse erstmals mit vier Treffern - 10:6. Allerdings nicht lange! Zunächst verkürzten Nikola Stevanovic und David Brandfellner auf 8:10, in der 21. Minute sorgte Marin Martinovic für den Anschlusstreffer zum 12:13. Von da weg waren die FIVERS nicht mehr abzuschütteln, bei denen im Tor Boris Tanic mehrfach glänzte.

Auch war man sowohl in Angriff als auch Deckung besser auf das aggressive und körperbetonte Spiel der Franzosen eingestellt, fand selbst Mittel und Wege den Gegner zu Fehlern zu zwingen und ihn unter Druck zu setzen. Lukas Hutecek war in der 27. Minute mit dem 16:16-Ausgleich zur Stelle. Toulouse' Head Coach Philippe Gardent nahm umgehend sein erstes Timeout. Beide Teams hatten nochmals die Möglichkeit auf den Führungstreffer, es blieb nach 30 Minuten aber beim 16:16. Aus Sicht der FIVERS natürlich ein perfekter Zwischenstand.

Toulouse legte allerdings einen Traumstart in die zweite Halbzeit hin, zeigte mit der 19:16-Führung, dass bei den Gästen noch lange keine Sektkorken knallen dürfen. Wie schon in Halbzeit eins taten sich die FIVERS zunächst schwer, scheiterten auch immer wieder am brasilianischen Torhüter Cesar Oliveira de Almeida.

Nahezu jeder Treffer fühlte sich nun bereits wie ein entscheidender an. Insgesamt war die zweite Halbzeit von zunächst wenigen Treffern geprägt. Nach 45 Minuten hatte Toulouse fünf, die FIVERS zwei Tore auf der Habenseite. Technische Fehler, Fehlwürfe oder die Torhüter sorgten für diese Torarmut, die erst in einer hektischen Schlussphase ihr Ende fand.

Ab der 47. Minute führte Toulouse mit vier Treffern. Ein Tor mehr und man stößt die FIVERS von Platz vier. Die letzten zehn Spielminuten waren dementsprechend ein Spiel auf des Messers Schneide. Den FIVERS gelang zunächst immer wieder der Treffer auf minus drei, doch nach exakt 54 Minuten haben die Franzosen jene Führung, die sie für den Aufstieg brauchen – 25:20.

Genau in diesem Moment ist Wolfgang Filzwieser zur Stelle. Bei 22:26 scheitert Edouard Kempf am Routinier, Stevanovic verkürzt auf 23:26, Ayoub Abdi scheitert ebenfalls an Filzwieser und Lukas Hutecek lässt exakt 135 Sekunden vor Spielende mit dem 24:26 keine Zweifel mehr am Aufstieg aufkommen.

Toulouse löst nun die Deckung auf, stellt auf Manndeckung um, doch die FIVERS lassen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Die 25:29-Niederlage reicht, um nach dem 37:32-Heimsieg das direkte mit den Franzosen für sich zu entscheiden und als Gruppenvierter ins Achtelfinale aufzusteigen.

Thomas Menzl, FIVERS-Manager: "Ich bin wahnsinnig stolz auf die gesamte Mannschaft, das gesamte Betreuerteam und auch unsere gesamte Nachwuchsabteilung mit all unseren Jugendtrainern. Es ist ein besonderes Talent dieser Mannschaft, dass sie immer an sich glaubt und in schwierigen Situationen immer wieder zurückkommt. Der Teamgeist hat heute gewonnen. Diese Niederlage ist ein großer, geschichtsträchtiger Sieg."

Peter Eckl, FIVERS-Coach: "Es war ein sehr langer Prozess, um hierher zu kommen. Wir machen gerade unsere Träume wahr, übertreffen unsere größten Erwartungen. Wir wussten, das Spiel wird emotional eine große Herausforderung. Die mentale Stärke meiner Mannschaft war heute das absolut Größte. Man sieht, dass da ganz viel Herz drinnen steckt. Die Spieler haben sich selbst belohnt. Eine Niederlage hat sich selten so gut angefühlt."

EHF European League Gruppenphase – Gruppe A

Fenix Toulouse (FRA) vs. HC FIVERS WAT Margareten 29:25
Di., 02. März 2021, 20:45 Uhr, Toulouse (FRA)
Werfer HC FIVERS WAT Margareten: Nikola Stevanovic (5), Lukas Hutecek (5), Eric Damböck (4), Marin Martinovic (4), Vincent Schweiger (2), Markus Kolar (2), David Brandfellner (2), Tobias Wagner (1)

03.03.2021, 09:12 Uhr

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