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ASKÖ-Studie 2: Corona und Bewegungsverhalten 2021

ASKÖ-Studie 2: Corona und Bewegungsverhalten 2021

Die ASKÖ präsentierte am 18.05.2021 im Rahmen einer Pressekonferenz die aktuelle Studie zur Bedeutung und Änderung des Bewegungsverhaltens in der Corona-Krise. Der Titel "Die aktuell beste Medizin: Beweg dich, mach Sport!"

Bereits im Mai 2020 hat die ASKÖ unter dem Titel „Bewegung gewinnt gegen Corona“ eine erste Umfrage am Beginn der Corona-Pandemie präsentiert: Corona-Studie 1

Die spannenden Fragen waren nun: Was hat sich nach einem Jahr Corona getan? Wo drückt der sportliche Schuh in der Bevölkerung? Was ist zu tun?

Utl: Aktuelle ASKÖ-Corona-Studie zeigt die Bedeutung von Bewegung und Sport sowie das Bewegungsverhalten in Österreich im Vergleich zu 2020

Der Sport-Dachverband ASKÖ und sein Präsident Hermann Krist präsentierten eine aktuelle bei Triple M (Matzka- Markt und Meinungsforschungsinstitut) in Auftrag gegebene Studie. Mittels Online-Befragung wurden im April 1010 repräsentativ ausgewählte Personen in Österreich von 16 bis 74 Jahren befragt (max. Schwankungsbreite +/- 3,1%). Ausgangspunkt war eine Ersterhebung in der ersten Welle der COVID-19-Pandemie in Österreich im April 2020. Die damals erhobenen Daten und Auswirkungen sowie den Umgang mit ihnen nach einem Jahr zu vergleichen, war das Ziel der aktuellen Umfrage, die Umfrageleiterin Christina Matzka vorstellte.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

Corona-Krise stresst jeden Zweiten
48% der Österreicher*innen fühlen sich sehr bzw. etwas gestresst, gegenüber 2020 ist das ein nochmaliger Anstieg um 4%-Punkte. Vor allem jene sind gestresst, die im Job, in Karenz oder aufgrund von Corona arbeitslos geworden sind (52%) und noch mehr jene, die sich in Ausbildung befinden (75%). Bei letzteren beträgt der Anstieg gegenüber 2020 gar 10%-Punkte.

Veränderung des Körpergewichts während der Corona-Krise
34% der Österreicher*innen haben durchschnittlich um 6 kg an Gewicht zugenommen, nur 13% um 7,7 kg abgenommen, bei 50% blieb das Körpergewicht gleich. Der Zusammenhang zwischen subjektiver Stressbelastung und Gewichtszunahme ist augenscheinlich. Während 47% der sehr gestressten Menschen eine Körpergewichtszunahme verzeichnen, sind es nur 22% bei den gar nicht gestressten. Damit legen stressbelastete Personen um 13% häufiger an Gewicht zu als der Durchschnitt. Hochgerechnet haben jene Österreicher*innen, die zugenommen haben, 13.571.255 kg zugelegt!

Nutzung von Bewegung und Sport zur Stressbewältigung
46% der Menschen haben Bewegung/Sport zur Stressbewältigung und Stärkung der körperlichen und seelischen Gesundheit genutzt, besonders jene, die in Ausbildung stehen (61%). 54% geben an (um 12% mehr als 2020), dass sie wegen Frust- und Stressabbau sowie Entspannung mehr Sport machen. 68% spüren (plus 1 %), dass Bewegung ihre Stimmung positiv beeinflusst. Interessant ist, dass 59% der Befragten von öffentlicher Seite keine (!) gezielte Empfehlung für Bewegung und Sport zur Stressbewältigung und Stärkung der körperlichen und seelischen Gesundheit wahrgenommen haben.

Bedeutung von Bewegung und Sport für sich selbst steigt weiter
2021 halten zwei Drittel (66%) Bewegung und Sport in der Zeit der Corona-Krise für sehr wichtig bzw. wichtig, das sind 11% mehr als 2020. Dies gilt mit 74% (!) – also drei Viertel - besonders für jene, die aufgrund von Corona zu Hause sind bzw. mit 73% für die in Ausbildung Befindlichen.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass Bewegung/Sport während der Corona-Krise persönlich wichtiger geworden ist und Teil der Bewältigungsstrategie wurde. Dieses Potential sollte künftig besser genutzt werden.
Online Bewegungsaktivitäten nutzt bereits fast ein Drittel
Ein Drittel der ÖsterreicherInnen nutzen Online-Bewegungsaktivitäten. Damit ist die Anzahl der Nutzer gegenüber 2020 um 5%-Punkte gestiegen. z.B. auf der ASKÖ-online Plattform www.feel-fit.at/de

Auswirkungen für Sportvereine: Die drei wichtigsten Aufgaben
Die Aufgabe „Gesundheitsförderung, Gesundheit erhalten“ wird von insgesamt 90% (!) als sehr wichtig bis wichtig genannt und legt gegenüber 2020 um 7%-Punkte zu. Sie ist damit die TOP-Aufgabe aus Sicht der Bevölkerung. 84% nennen „Vermittlung von Zusammenhalt und Einigkeit“, 79 % (plus 7 %) „Aktive Freizeitgestaltung mit Freunden im Sportverein“. Damit legt auch die soziale Bedeutung der Vereine um 7%-Punkte zu. Der soziale Zusammenhalt wird für 62 % wichtiger, dieser Wert steigt um 12 % gegenüber 2020.

Umgang der Bundesregierung mit Bewegung und Sport in Sportvereinen
Aus Sicht der Bevölkerung wird der Umgang der Bundesregierung mit dem Thema Bewegung und Sport in Sportvereinen folgendermaßen bewertet: 17% vergeben die Schulnote 1 oder 2, 31% die Schulnote 3. 44% beurteilen den Umgang mit Note 4 oder 5. 8% gaben dazu keine Antwort.

Die Dringlichkeit der „täglichen Turnstunde“ nach 1 Jahr Corona
Die schon lange geforderte tägliche Turnstunde wird von 56% der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahre als sehr, von weiteren 25% als eher dringend betrachtet! Diese Meinung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Insgesamt schätzen also 81% - vier von fünf Österreicher*innen (!) - die Umsetzung einer „täglichen Turnstunde“, sprich tägliche Bewegungseinheit, als dringend ein.

Folgerungen für die Zukunft
ASKÖ-Präsident Hermann Krist fasste die Ergebnisse folgendermaßen zusammen: „Die Menschen haben in der Corona-Krise die positiven Wirkungen des Sports eindeutig erkannt. Man kann es zusammenfassen mit: Sport ist die beste Medizin, vor allem gegen Stress und Übergewicht. Kein Medikament bringt das zusammen.
Corona hat zudem Entwicklungen im Bewusstsein der ÖsterreicherInnen für mehr Sport und Bewegung verstärkt und unterstreicht bereits bekannte Fakten und Forderungen:

1. Die persönliche Bedeutung von Bewegung und Sport ist über alle Generationen zwischen 16 und 74 Jahren durch den pandemiebedingten Entzug von 2020 auf 2021 um 11%-Punkte gestiegen. Für zwei Drittel (!) der Bevölkerung sowie bei drei Viertel der Menschen in Ausbildung und jenen, die wegen Corona zu Hause waren, sind Bewegung und Sport sehr wichtig bzw. wichtig. Bewegung und Sport müssen daher künftig Teil einer Gesamtstrategie gegen Gesundheitskrisen sein und besonders gefördert werden.

2. Wenn 81% der Bevölkerung aktuell einen Zusammenhang zwischen Bewegung, Sport und Gesundheit sehen, sollte dieses positive Image in der Bevölkerung genutzt werden. Bewegungs- und Sportangebote vor Ort, in der Nähe der Zielgruppen aller Generationen, sind ebenso wie Online-Angebote mit geeigneten Förderstrategien verstärkt auszubauen. So kann man wirksam Kollateralschäden wie Isolation, Bewegungsmangel, Stress, Angst, Depression, Übergewicht und anderem entgegenwirken.

3. Sportvereine tragen wesentlich zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Sie sind Motor einer wohnortsnahen Bewegungs- und Sportförderung für alle Generationen und benötigen daher jede Form von Unterstützung.

4. 81% der Bevölkerung sehen nach 1 Jahr Corona die Dringlichkeit der schon lange geforderten ´täglichen Turnstunde´, wir meinen damit eine tägliche Bewegungseinheit, als wichtig an. Es ist daher ein absolutes Muss, dass dieses Projekt ganz rasch noch intensiver ausgebaut gehört. Die Sport-Dachverbände beweisen mit dem Projekt ´Kinder gesund bewegen´ seit mehr als 10 Jahren, wie es im Kindergarten und der Volksschule gehen kann. Man müsste uns nur lassen.

5. Aber auch in Seniorenheimen, Tagesheimstätten und ähnlichen Betreuungseinrichtungen muss man mehr für Bewegung sorgen, auch Bewegungs-Programme für arbeitslose Menschen sollen verstärkt angeboten werden, denn die persönliche Fitness ist für den weiteren beruflichen Lebensweg unverzichtbar.

6. Wir sehen die Studie auch als Auftrag, unsere Online-Aktivitäten auszubauen. Bereits jetzt kann man unter www.feel-fit.at bei etlichen Bewegungs-Programmen mitmachen und auch Ernährungstipps nachlesen.

7. Die Studie zeigt auch auf, dass die Politik den Sport viel ernster nehmen sollte als bisher. Bewegung und Sport helfen jährlich mehr als 1,1 Milliarden Euro an Krankheitskosten zu vermeiden. Alleine unser ASKÖ Fit Programm spart jährlich knapp 19 Mio. an Krankheitskosten, das wollen wir ausbauen. Dazu kommen die unglaubliche Wertschöpfung in den Vereinen und Verbänden sowie die unbezahlbaren ehrenamtlichen Leistungen. Sport ist schon lange keine Nebensache mehr, leider wird das zu wenig gesehen.“

Detaillierte Darstellungen und Info-Grafiken zum Download zur zweiten ASKÖ Corona-Studie von Triple M- unter:

Fotos: ©GEPA

08.09.2021, 13:53 Uhr

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