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Nachgefragt bei ... Leon Ebster (18)

Nachgefragt bei ... Leon Ebster (18)

Die ASKÖ hat sich bei Sportlerinnen und Sportlern erkundigt, wie es ihnen in der Coronakrise ergangen ist.

Zu den größten Erfolgen des Orientierungsläufers (ASKÖ Henndorf Orienteering) zählen:

  • 2. Platz beim OO-Cup in Kroatien
  • Top 40 von 250 Läufern bei O-Ringen 2019 in Schweden
  • Qualifizierung zur Teilnahme bei der EYOC (European Youth Orienteering Championships, Europameisterschaft) 2018 in Bulgarien

1. Was hat für Dich persönlich der Corona-Shutdown im März 2020 bedeutet und was hat er für deine Sportart bedeutet?

Anfangs war ich von der Situation geschockt, da ich nicht wusste, was auf uns zukommt, wie lang und schlimm es sein würde. Dieses Jahr haben mein Trainer und ich besonders detailliert durchgeplant, da große Ziele auf meiner Liste standen. Mein wichtigstes Ziel war die EYOC 2020 in Ungarn, da ich heuer, mit 18 Jahren, das letzte Mal teilnehmen kann. Ich habe mich weiter auf das Training konzentriert mit der Hoffnung, dass die Saison so schnell wie möglich weitergeht. Orientierungslaufwettkämpfe, sowie Trainings wurden flachgelegt, da keiner für Förderungseinbußen und Strafen vom Sportministerium verantwortlich sein wollte.

2. Wie hat sich Dein Trainingsalltag verändert, bist du mit TrainerInnen, TrainingspartnerInnen oder TeamkollegInnen in Kontakt geblieben?

Ich bin mit meinem Trainer in Kontakt geblieben und habe auch mit ihm gemeinsame Trainings, natürlich mit großem Sicherheitsabstand abgehalten. Bahntrainings waren ausgeschlossen, also verlegten wir die Trainings in den Wald oder auf Landstraßen, was für uns kein Problem darstellte. Eine großartige Erfahrung waren die gemeinsamen Krafttrainingseinheiten mit meinen Teamkollegen auf ZOOM.

3. Was bedeutet es für Dich, dass es derzeit keine Wettkämpfe/Turniere gibt?

Im März war es unklar, wann und wie Wettkämpfe stattfinden würden, deswegen hatte man kein regelrechtes Ziel vor Augen. Somit habe ich mir ein paar Ziele gesetzt, z.B. der „Wings for Life App Run“ oder einige Bergläufe über mehrere Stunden. Corona sehe ich auch sehr positiv, da ich heuer Zeit für Läufe habe, die ich die Jahre zuvor durch andere Wettkämpfe nicht hatte.

4. Ist es schwer, sich dennoch für die Trainings zu motivieren?

Zuvor schränkten mich immer 40 Wochenstunden Schule plus 10h Fahrzeit ein. Ich habe sehr viel trainiert, da ich mehr Zeit hatte. Die Motivation konnte ich durch den Kontakt mit meinen Kadermitgliedern und der Hoffnung auf Wettkämpfe im Herbst aufrechterhalten. Es war aber zeitweise schon schwieriger, da die sozialen Kontakte fehlten.

5. Haben sich durch die Corona-Zeit Deine Zielsetzungen verändert?

Zeitlich ja, aber im Großen und Ganzen nicht. Mein finales Ziel war und ist die EYOC 2020, die voraussichtlich im Oktober in Ungarn ausgetragen werden kann. Die Selektionsläufe und Trainingswettkämpfe sind aber noch in Planung und werden hoffentlich in den nächsten Wochen fixiert sein.

6. Glaubst du, es wird sich durch die Corona-Zeit etwas für deine Sportart verändern?

Um das schnell zu beantworten: nein. Orientierungslauf ist in dem Sinn keine Sportart, bei der ein hohes Risiko besteht, da es eine Outdoor-Sportart ist und jeder Läufer alleine läuft, auch bei Staffel oder Mannschaftsbewerben.

7. Was sind deine sportlichen und persönlichen Ziele für die nächste Zukunft?

Sportlich habe ich im Herbst mit der Jungendeuropameisterschaft mein größtes Ziel vor Augen. Wie es nächstes Jahr sportlich weiter geht, weiß ich noch nicht, da die Matura vor der Tür steht. Danach werde ich mich in Seebenstein beim Heer für eine Sportausbildung im Orientierungslauf bewerben.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!

Foto © Christian Breitschädel

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