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ASKÖ: Kampf gegen Corona, aber warum ohne Sport-Training?

ASKÖ: Kampf gegen Corona, aber warum ohne Sport-Training?

Volle Unterstützung für die zigtausenden Aktivitäten der Sportvereine notwendig

"Die neuen Maßnahmen der Bundesregierung zum Kampf gegen das Corona-Virus treffen den Breiten- und Amateursport mit voller Wucht. Es war zwar damit zu rechnen, aber insgeheim haben wir doch gehofft, dass man die Vorzüge von Sport und Bewegung als Beitrag für die Eindämmung dieser großen Gefahr für unsere gesamte Gesellschaft anerkennt und den Vereinssport mit  einbezieht. Dies ist leider nicht der Fall und macht mich betroffen, denn ich weiß nicht, warum man auch in der Spitzenpolitik immer die positive gesundheitliche und soziale Wirkung von Bewegung für alle im Vereinssport begrüßt, aber dann, wenn es darauf ankommt, nicht aktiv darauf zurück greift", so ASKÖ-Präsident Hermann Krist in einer ersten Stellungnahme.

"Ich denke, ich kann da für alle reden: Jeder im organisierten Sport leistet gerne seinen Beitrag, um das Corona-Virus, welches wir sehr ernst nehmen, zu besiegen, und hält sich seit Monaten an alle Vorgaben und Vorsichtsmaßnahmen, das wissen die politischen Vertreter. Denn es geht ja im Sport nicht nur um Ergebnisse, sondern darüber hinaus darum, dass alle Menschen ein sinnvolles Freizeitangebot bekommen, das ihnen zusagt, Spaß macht und sie fitter und gesünder macht. Von jung bis alt. Daher ist es zwar gut, dass Einzelsport und Bewegung in der frischen Luft auch jetzt im November erlaubt sind. Aber alles andere, vor allem das durch ausgebildete ExpertInnen angeleitete Training, ist jetzt von einem Tag auf den anderen untersagt, das trifft vor allem die vielen Kinder- und Jugendangebote unserer Vereine von der Breite bis zur Spitze oder den Amateursport-Breitensport in vielen Sportarten und Ligen", so Krist weiter.

"Dabei ist uns nie bekannt gemacht worden, wo der Teamsport oder der Indoor-Sport bisher zu einer Corona-Clusterbildung beigetragen hätte. Deswegen verstehe ich den Unmut aller Vereine, die optimal und motiviert arbeiten, keine Probleme haben, jetzt aber alles absagen müssen. Ob es nur für den November so bleibt, steht ja nach den jüngsten Aussagen gar nicht fest. Und das bedeutet neben allem Organisatorischem auch einen gewaltigen finanziellen Schaden, denn auch hier wird der Sport in seiner Breite und Vielfältigkeit immer wieder unterschätzt."

Krist unterstützt daher den 6-Punkte-Forderungskatalog der Sport Austria rund um Präsident Hans Niessl, der unter anderem eine finanzielle Abgeltung aller Ausfälle, die die Sportvereine jetzt treffen, vorsieht, so lange es die Einschränkungen durch Corona gibt. "Sportminister Kogler hat das mehrfach angekündigt. Es muss jetzt aber für die Vereine und Verbände ganz rasch und unkompliziert gehen, noch besser als zuletzt mit der Ankündigung, dass der NPO-Fonds für Vereine verlängert wird, es dort aber für das 4. Quartal noch gar keine Richtlinien zum Beispiel für die Ausweitung bezüglich Einnahmenausfällen gibt."

Wie es jetzt weiter gehen könnte, skizziert der ASKÖ-Präsident so: "Ich bin sicher, dass sich der Vereinssport weiterhin nicht unterkriegen lässt, aber man muss jetzt ohne weitere Sprechblasen konkret und gezielt helfen, sonst ist dieser gesellschaftlich so wichtige Bereich in ernsthafter Gefahr. Wir in der ASKÖ werden so wie die KollegInnen der anderen Verbände alles unternehmen, unsere Vereine zu unterstützen, wo es nur geht. Jeden einzelnen kann ich nur ersuchen, nicht den Kopf hängen zu lassen, denn hoffentlich dauert diese Phase so kurz wie möglich, und dann werden die Menschen wieder gerne die Angebote wahrnehmen. In den kommenden Tagen werden wir in der ASKÖ wieder unsere Online-Sportprogramme unter www.gesundheitssport-online.at hochfahren, damit jedes Kind, jeder Erwachsene und jeder ältere Mensch sportliche Anregungen und Anleitungen ins Wohnzimmer transportiert bekommt. Wer ins Freie kann, den rufe ich auf, das so viel wie möglich  aktiv zu tun. Sport und Bewegung stärkt die eigene Fitness und das Immunsystem, man kann so Abwehrkräfte nicht nur gegen das Corona-Virus aufbauen. Je mehr getan wird, umso schneller geht dieser Wahnsinn vorbei. Und wir Sportvertreter werden die Politik noch viel mehr drängen, damit endlich wirklich verstanden wird, dass Sport ein wichtiger Teil der Lösung von gesundheitlichen Themenstellungen und der Wirtschaftskraft in unserem Land ist. Jeder in den Sport investierte Euro hat positive Wirkungen und kommt mehrfach wieder zurück."

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