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Bewegung und Sport braucht Initiative!

Bewegung und Sport braucht Initiative!

Die neueste ASKÖ-Corona-Bewegungsstudie 2022 zeigt auf, wie sich Covid-19 seit 2020 ausgewirkt hat und was jetzt zu tun ist.

Der Sport-Dachverband ASKÖ präsentierte die dritte von "Triple M (Matzka Markt- und Meinungsforschung)" in Folge durchgeführte ASKÖ-Corona-Studie. Mittels Online-Befragung wurden im April 2022 wieder 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen in Österreich zwischen 16 und 74 Jahren befragt (max. Schwankungsbreite +/- 3,1%). ASKÖ-Präsident Hermann Krist und Studienleiterin Christina Matzka erläuterten die wichtigsten Ergebnisse, ergänzt von Kommentaren von Univ.Prof. Mag. Dr. Otmar Weiß und Neurowissenschafterin bzw. Buchautorin Dr. Manuela Macedonia.

Hier die wichtigsten Ergebnisse der Studie und Aussagen, die live auf ORF Sport+ übertragen wurden und einige Tage in der ORF TVthek nachzuhören sind:

Gesundheitszustand während Corona-Zeit wurde massiv schlechter: Während von 40% der Befragten der körperliche Gesundheitszustand "etwas bis spürbar schlechter" eingestuft wird, ist der psychische Gesundheitszustand für 46% schlechter geworden. Sogar 60% der Befragten geben an, dass soziale Kontakte weiter abgenommen haben. Körperliche Verbesserungen sahen nur 13%, psychische Verbesserungen 9% und Verbesserungen sozialer Kontakte nur 8%. Die körperlichen, psychischen und sozialen Verschlechterungen sind jedoch altersabhängig. Jüngere leiden mehr darunter als ältere Menschen. Psychische und soziale Verschlechterungen steigen mit der Stressintensität.

Weniger Bewegung, mehr Stress und Gewicht als vor einem Jahr: Mindestens 1-2x pro Woche waren 57% von April/2021 bis April/2022 regelmäßig sportlich aktiv, 2021 war dieser Wert um 5%-Punkte höher. Das Aktivitätsniveau war im zweiten Corona-Jahr 2021 am höchsten, fällt aber 2022 wieder etwa das Ausgangsniveau von 2020. Online-Bewegungsaktivitäten nutzen ca. ein Drittel der Befragten.

Gestiegener Stress: 2022 fühlen sich 54% der Österreicher:innen gestresst, gegenüber 2020 ein Anstieg um 10%-Punkte! Vor allem sind jene gestresst, die vor Corona bereits arbeitslos waren (61%). Nach wie vor leiden am meisten jene unter Stress, die sich in Ausbildung befinden (78%!!!), gegenüber 2020 ein Anstieg um satte 13%-Punkte.

30% der Österreicher:innen haben während Corona durchschnittlich um 7,2 kg an Gewicht zugenommen, während nur 12% um durchschnittlich 8,9 kg abgenommen haben. Österreicher:innen haben während der Corona-Krise insgesamt 14.580.514 kg (14,6 Mio. kg) zugelegt!

Bewegung hilft vielfältig: 24% der Befragten geben 2022 an, dass sich ihr Bewegungsverhalten verändert hat. 17% machen mehr Bewegung als vor Corona, 7% machen weniger Sport als vor Corona. Jene Gruppe, die weniger Sport macht, hat sich im Vergleich zu 2021 um 10%-Punkte reduziert, das Aktivitätsniveau ist daher insgesamt leicht (+2%) gestiegen. 81% geben als Motiv für "mehr Sport" an, dass die Stimmung positiv beeinflusst wird, 62% nennen Fitness und Gesundheit als Motiv. Für 57% ist frische Luft und für 55% Frust- und Stressabbau ein Grund für mehr Bewegung. Erst dann folgt das Motiv der Gewichtsregulation. Von 49% wird als Absicht/Ziel der Sportausübung Fitness- und Gesundheitssport genannt. Der Leistungs- bzw. Wettkampfsport spielt mit 4% eine untergeordnete Rolle.

86% für die Tägliche Bewegungseinheit für Kinder und Jugendliche:

Dass Kinder und Jugendliche durch Corona mehr denn unter Stress standen und psychisch die Balance verloren wurde mehrfach belegt. Daher wäre es zweckmäßig die stimmungsaufhellende und ausgleichende Wirkung von Bewegung und Sport verstärkt zu nutzen! 2022 wird die schon lange geforderte tägliche Turnstunde - noch mehr als 2021 - von 59% der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren als sehr, von weiteren 27% als eher dringend betrachtet! Diese Meinung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Insgesamt schätzen also 86% - mehr als vier von fünf Österreicher:innen (!) - die Umsetzung der täglichen Turnstunde als dringend ein. Damit hat ein erneuter Anlauf des Sport- und Bildungsministeriums gemeinsam mit den Sportdachverbänden ASKÖ, ASVÖ, SPORTUNION starken Rückenwind. 

Sportvereine brauchen Initiative: 2022 wird von insgesamt 89% (!) als Aufgabe der Sportvereine "Gesundheitsförderung, Gesundheit erhalten" als sehr wichtig bis wichtig genannt und ist daher gegenüber 2021 (90%) praktisch unverändert. Sie ist die TOP-Aufgabe aus Sicht der Bevölkerung. 83% nennen als sehr wichtige bis wichtige Aufgabe die "Vermittlung von Zusammenhalt und Einigkeit" und wird damit fast gleich oft genannt (84%) wie 2021. "Aktive Freizeitgestaltung mit Freunden im Sportverein" geben 75% an.

Für 64% ist die gezielte Steigerung der sportlichen Leistung der Mitglieder eine wichtige Aufgabe des Sportvereins.

Fazit: Bewegung gezielter für die Gesundheit nutzen

Bewegung und Sport sind unbestrittene Investitionen in die Gesellschaft mit Mehrfachnutzen und "hoher Rendite". Daher sollte körperliche Aktivität künftig – nicht nur in einer Pandemie - für die körperliche, psychische und soziale Gesundheit prioritär gezielter genutzt werden. Dies gilt besonders auch für die gesicherte stimmungsaufhellende Wirkung von Sport und Bewegung.

Stimmen zur Studie

Hermann Krist, ASKÖ-Präsident: "Die Studie bringt wieder eindrucksvolle Daten zutage, ich danke Studienautorin Christina Matzka dafür. Es ist für mich keine Überraschung, dass 86% die Tägliche Bewegungseinheit wollen, es liegt an den politisch Verantwortlichen, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Ausgehend vom Programm 'Kinder gesund bewegen', das seit 2009 läuft, werden mit dem neuen Programm 'Tägliche Bewegungseinheit / TBE'  für Kinder und Jugendliche bereits richtungsweisende Bewegungsinitiativen gesetzt, die 2025 zumindest für Kindergarten- und Volksschulkinder in einer Vollausrollung münden sollten. Alles nutzt aber nichts, wenn nach Corona die nächste existenzielle Bedrohung mit den horrenden Energiepreissteigerungen die Vereinsarbeit gefährdet. Wenn hier nichts getan wird, werden sich Vereine und ihre Mitglieder den Sport nicht mehr leisten können. Wir waren als ASKÖ im Interesse aller schon im Energieministerium vorstellig, denn von dort muss die Finanzierung für die Umstellung auf erneuerbare Energie kommen."

Univ.-Prof. Mag. Dr. Otmar Weiß, Sportsoziologe: "Bewegung ist Leben und Lernen. Im Sport werden die Wirkungen von Bewegung verstärkt. Sowohl Bewegung als auch Sport dienen der Gesundheit. Es gibt kein Medikament, das so positive Wirkungen hat wie Bewegung und Sport. Schule bzw. Bildung ohne Bewegung und Sport ist heute nicht mehr denkbar."

Dr. Manuela Macedonia, Neurowissenschafterin: "Wir bewegen uns nicht für unsere Figur, wir bewegen uns für unser Gehirn, für unser gutes Gedächtnis, für unsere Aufmerksamkeit und für unser Multitasking."

Downloads

Studie 2022 - Bewegung und Sport braucht Initiative!

Präsentation

Grafiken

Die ASKÖ-Corona-Studien 1 und 2 gibt es hier zum Download:


13.06.2022, 12:17 Uhr

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