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ASKÖ zu Gottwald-Rücktritt: Gemeinsamkeit gefragt

ASKÖ zu Gottwald-Rücktritt: Gemeinsamkeit gefragt

Der gestern veröffentlichte Rücktritt von Sportstar Felix Gottwald als Vorsitzender der Breitensport-Kommission hat in der Öffentlichkeit einiges an Aufmerksamkeit erregt. Diese Kommission ist in der Bundes-Sport GmbH angesiedelt und ist ein beratendes Gremium für die Fördergeldvergabe im Breitensport.

Hermann Krist, Präsident der ASKÖ, einem der drei großen Breitensportverbände in Österreich, nimmt für seinen Verband dazu Stellung: "Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, mit einer Reaktion einen Tag abzuwarten. Es ist immer besser eine Nacht darüber zu schlafen, wenn in der Emotion Aktivitäten gesetzt werden. Im veröffentlichten Rücktritts-Text ist viel Kritik und Unverständnis mit eingepackt, es wird nicht an Vorwürfen an die verantwortlichen Politiker gespart, es trifft aber nur teilweise die Richtigen. Wir schätzen Felix Gottwald als Person, als großartigen Sportler und glaubwürdigen Verfechter für Bewegung und Gesundheit sehr, er hat sich dazu nach seiner Sportkarriere mit seiner eigenen Firma einen festen Platz erarbeitet. Feststellen muss man, dass er mit der Funktion in der Bundes-Sport GmbH allerdings nicht der Vorsitzende des Breitensports in Österreich war, sondern der Vorsitzende in einer Kommission, in der es um Rahmenbedingungen bei Bundessportförderungsmitteln für den Breitensport geht. Das ist in hohem Maße eine Aufgabe, die mehr mit administrativen Fragen denn direkt mit konkreter Sportausübung direkt zu tun hat. Dass er dafür jetzt keine ehrenamtliche Zeit mehr hat, ist schade, und vielleicht hat sein Rückzug damit zu tun."

Krist weiter: "Die Vorwürfe gegen den Sportminister können wir allerdings weniger nachvollziehen. Werner Kogler bemüht sich seit Beginn der Covid-Krise sehr, den Sport aus ärgsten Beschränkungen herauszuhalten, wo es nur geht. Auch derzeit kann jeder und jede im Verein Sport betreiben, wenn auch nur geimpft oder genesen. Privat und im öffentlichen Raum kann man praktisch alles tun. Nur können sich Werner Kogler und sein Team manchmal nicht gegen das Gesundheitsministerium und das Bundeskanzleramt durchsetzen. Seit jeher bekommt Bewegung und Sport aus diesen Bereichen kaum Anerkennung und Beachtung.
Wir haben seit Beginn der Covid-Krise immer darauf hingewiesen, dass Sport Teil der Lösung und nicht das Problem ist, aber auch betont, die Vorgaben und Vorschriften verantwortungsbewusst einzuhalten. Deshalb steht die ASKÖ zur alternativlosen Strategie der Schutzimpfungen, weil es unbestritten die wissenschaftlich wirksamste Maßnahme zum Schutz gegen gefährliche Verläufe der schärferen Covid-Neumutationen ist. Würde die Durchimpfungsrate in Österreich eine höhere sein, wären wir bei der Bekämpfung dieser Pandemie einen großen Schritt weiter. Felix Gottwald verlässt nun spektakulär die Breitensport-Kommission, ohne mit uns Breitensportvertretern vorher zu reden, ohne seine Kritikpunkte mit uns zu diskutieren oder mögliche Alternativen auszuloten. Noch gibt es zu viele ungeimpfte Menschen, noch gibt es zu viele 'Experten', die das Impfen schlechtreden. Ohne klare und harte Maßnahmen wird es aber nicht gehen. Vorbilder wie Felix Gottwald sollten in diesen Tagen helfen und die gereizte Stimmung nicht aufheizen, da muss man sehr aufpassen. Wir hätten ihn gerne an unserer Seite im Bemühen um offene Sportstätten, um die tägliche Bewegungseinheit für unsere Kinder, um Rahmenbedingungen für Sportangebote für alle Menschen zu schaffen, oder auch um die Anerkennung von Bewegung und Sport in unserer Gesellschaft deutlich zu steigern."

16.11.2021, 11:53 Uhr

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