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Stellungnahme der ASKÖ

Stellungnahme der ASKÖ

... zum Kapitel "Sport" des Regierungsübereinkommens 2020-2024 der österreichischen Bundesregierung.

Nach erster Durchsicht des Kapitels Sport im Regierungsprogramm der neuen österreichischen Bundesregierung zieht die ASKÖ ein erstes Fazit. So meint Präsident Hermann Krist: "Erfreulich ist, dass einige Themenstellungen, die wir Sportverbände gemeinsam über die Bundes-Sportorganisation, jetzt Sport-Austria, vor der Nationalratswahl eingefordert haben, im Regierungsprogramm enthalten sind, beispielweise die Umsetzung der täglichen Sport- und Bewegungseinheit für alle Kinder und Jugendlichen, die Sicherstellung der finanziellen und organisatorischen Unterstützung der Sportverbände und Sportvereine, ein österreichweites Sportstättenkonzept, die Verbesserung der Auslastung öffentlicher Sportstätten, Aufwertung und Absicherung des Ehrenamts, Etablierung eines Berufssportgesetzes, umweltschonendere Großveranstaltungen oder Sicherung der medialen Aufmerksamkeit des Sports in seiner Breite und Vielfalt", so Krist.

Gleichzeitig stellt der Vorsitzende der ASKÖ fest, dass jedoch der so wichtige Hinweis auf die Bedeutung der Gesundheitsförderung und Prävention durch Bewegung und Sport sowie die Anerkennung der unglaublichen Wertschöpfung des Sports in Österreich im vorliegenden Programm vermisst wird.
"Das ist schade, denn Sport in Österreich, angefangen von der Basis in den Vereinen und Verbänden bis hinauf zum professionell durchgeführten Sport, ist derart groß und vielfältig geworden, zudem wirkt er in mehrere politische Bereiche hinein. Angesichts der Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung und der damit einhergehenden Multimorbidität und Pflegeproblematik ist anzumerken, dass Bewegung und Sport in allen Altersbereichen zur Steigerung der gesunden Lebensjahre, mehr Selbständigkeit und Mobilität als wichtiges gesamtgesellschaftliches Anliegen verstärkt genutzt werden müssen. Auf die positiven ökonomischen Auswirkungen, also Einsparungen und Wertschöpfung von Bewegung und Sport wird im Regierungsprogramm leider nicht eingegangen, wenngleich es dazu die Berechnungen gibt. Die Berücksichtigung dieser müsste zu einer massiven Erhöhung der Fördermittel gerade für den Breitensportbereich führen. Die Investition von 1 Euro bringen zumindest 5 Euro 'Gewinn', z.B. an vermiedenen Krankheitskosten!"

Bei anderen Punkten des Programms, wie z.B. dem Kampf gegen Doping im Breitensport, Schwimmkursen für alle, Gesundheitsuntersuchungen für PflichtschülerInnen für schulischen Wettkampfsport, Nutzung von Verkehrsrestflächen, Integrationspromotoren in heimischen Sportvereinen, müsse man sich erst anhören, was damit gemeint sei, so Hermann Krist.

So erfreulich das Vorhaben bzgl. verpflichtender Sommer- und Wintersportwochen im ersten Ansatz auch klingt, so umfassend sei die Problematik die dahintersteckt. "Es scheitert hier nicht nur an der Leistbarkeit für die Erziehungsberechtigten, oftmals AlleinerzieherInnen, sondern auch an der Flexibilität der LehrerInnen, den Entscheidungskriterien in den Schulklassen, sowie der Unterstützung durch die Bildungsdirektionen wenn es um zusätzliche BetreuungslehrerInnen für derartige Sportwochen geht. Wintersport z.B. ist nicht nur Skifahren und daher werden um ein breiteres Angebot nützen zu können, mehr BetreuungslehrerInnen benötigt. Hier fehlt oftmals trotz Bereitschaft der SportlehrerInnen der Wille bei den entscheidenden übergeordneten Stellen."

ASKÖ-Präsident Krist versteht, dass kein Sportkapitel in einem Regierungsprogramm angesichts der Fülle an Themenstellungen umfassend genug sein kann. "Es ist klar, dass man nicht alles im Detail aufnehmen kann, es kommt ja immer wieder ein Thema dazu. Wir Sportverbände sollten uns daher rasch mit den neuen Verantwortlichen zusammensetzen, um alles, das uns wichtig ist, zur Sprache zu bringen. Was der Sport mit Sicherheit braucht, ist ein Ausbau der Fördermöglichkeiten aus verschiedensten Ressorts, überhaupt neue Finanzierungsquellen wie eine Beteiligung aus Online-Sportwetten, zudem ist der Abbau von Überbürokratie dringlich. Die 15.000 Sportvereine in unserem Land leisten unter der Koordination der Verbände mit in Summe über 500.000 Freiwilligen Gewaltiges für unsere Gesellschaft, es muss für alle aber machbar bleiben. Ich baue auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Sportminister, so wie wir das auch in der Vergangenheit mit allen Sportministern getan haben. Wir freuen uns über jeden mutigen Entwicklungsschritt für den österreichischen Sport, der die AthletInnen, die hauptamtlichen und die ehrenamtlich tätigen FunktionärInnen in ihrer Arbeit unterstützt."

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