"Teil der österreichischen Sport-Kultur droht wegzubrechen!"

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Hans Niessl, Präsident von Sport Austria, nimmt zur ORF-Pressestunde mit Sport- und Kulturminister Werner Kogler  (So, 21.06.2020) folgendermaßen Stellung:

"Werner Kogler hat heute in der Pressestunde für den 1. Juli weitreichende Lockerungen für den Freiluft-(Mannschafts)Sport, insbesondere den Fußball, in Aussicht gestellt. Das ist erfreulich und natürlich zu begrüßen! Wir benötigen aber auch dringend öffentliche Klarstellungen zum Hallen-Mannschafts- und Kampfsport: Ohne diese können die nächsten Saisonen nicht geplant und in Angriff genommen werden. Ohne diese droht ein Teil der österreichischen Sport-Kultur wegzubrechen, was zahlreiche direkt und indirekt betroffene Arbeitsplätze, u.a. bei Lieferanten und in der Veranstaltungsbranche, gefährden würde!

Interessant ist ja, dass Zuseher in die Hallen können, aber dort in der Praxis keinen Wettkampfsport sehen dürfen. Dabei wäre es gerade im organisierten Sport einfach, Contact Tracing durchzuführen, schließlich kann man auf den Spielberichten sogar nachvollziehen, von wann bis wann welcher Spieler, welche Spielerin mit wem auf dem Feld stand. In der jetzigen Corona-Phase - bei stabil niedrigen Zahlen - ist es also sinnvoll und dringend notwendig, ähnlich wie beispielsweise in der Schweiz, Tschechien oder Slowenien, Hallensport im Sinne einer verantwortungsvollen Normalität wieder ohne Einschränkungen zuzulassen. Um Ligen seriös planen zu können, brauchen wir jedenfalls bis rund um den 30. Juni Klarheit.

Prekär ist freilich weiterhin die finanzielle Situation vieler unserer 15.000 Vereine: Wir benötigen daher rasche Auszahlungen aus dem 700 Millionen Euro NPO-Hilfsfonds samt Entschädigung für Einnahmenausfälle. Außerdem ist eine MwSt.-Senkung beim Ticketing von 13% auf 5% – wie bei der Gastronomie, der Kultur und den Medien – wünschenswert, auch wenn das nur einem Teil unserer Vereine hilft. Werner Kogler hat die Fertigstellung der Auszahlungskriterien aus dem Hilfsfonds durch das Sportministerium sowie jenes für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus an anderer Stelle innerhalb der nächsten Tagen angekündigt. Wir sind in Erwartung."

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