Nachgefragt bei ... Sebastian Steffan (23)

Nachgefragt bei ... Sebastian Steffan (23)

Die ASKÖ hat sich bei Sportlerinnen und Sportlern erkundigt, wie es ihnen in der Coronakrise ergangen ist.

Zu den größten Erfolgen des Schwimmers (ASKÖ Schwimmclub Steyr) zählen:

  • Junioreneuropameister Titel 2015 über 200 Meter Lagen
  • 16x facher Staatsmeister

1. Was hat für Dich persönlich der Corona-Shutdown im März 2020 bedeutet und was hat er für deine Sportart bedeutet?

Mir hat der Shutdown vor allem gezeigt, wie schnell es gehen kann und ein ganzes Land bzw. die ganze Welt beinahe still steht und das finde ich sehr erschreckend. Da rückt für mich der Sport in den Hintergrund. Klar war es nicht toll, so lange nicht trainieren zu dürfen, nur – wie schon sehr oft gesagt und an die Menschen appelliert wurde: hier ging es um das Leben bzw. die Gesundheit unserer Mitmenschen und das ist definitiv wichtiger als alles andere.

2. Wie hat sich Dein Trainingsalltag verändert, bist du mit TrainerInnen, TrainingspartnerInnen oder TeamkollegInnen in Kontakt geblieben?

Mein Trainingsalltag hat sich natürlich komplett verändert. Gerade mich als Schwimmer hat es da sehr schwer getroffen, weil ich in keine Schwimmhalle mehr durfte und das Wasser für meine Sportart natürlich sehr wichtig ist. Da blieb mir nichts anderes über, als mich Zuhause, so gut es ging, mit Workouts, Laufen und viel Rennradfahren fit zu halten. Ab und zu, wenn das Wetter es halbwegs zuließ, schwamm ich bei 14 Grad mit Neoprenanzug im See oder gegen ein Gummiseil im Pool. Ich war natürlich jeden Tag mit meinem Trainer im Kontakt, jedoch konnte er das Training ja bei keinem überwachen, das heißt es wurden viele Videos geschickt.

3. Was bedeutet es für Dich, wenn keine Wettkämpfe/Turniere stattfinden?
Keine Wettkämpfe zu schwimmen war schade, vor allem, weil ich es liebe, mich mit anderen zu messen und zu sehen wo ich stehe. Aber wie schon gesagt: bei einer weltweiten Pandemie gibt es wichtigeres, finde ich.

4. Ist es schwer, sich dennoch für die Trainings zu motivieren?

Es war teilweise sehr schwer mich zu motivieren, noch dazu, weil dieses Jahr mein letztes Jahr als Profischwimmer ist. Ich wollte nochmal alles rausholen und zeigen, was ich kann. Corona hat mir da leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, dementsprechend fiel es mir doppelt so schwer, mich zu motivieren, ohne Ziel vor Augen bzw. ohne Wettkämpfe, die ja logischerweise alle nacheinander abgesagt wurden.

5. Haben sich durch die Corona-Zeit Deine Zielsetzungen verändert?

Ja definitiv, dadurch, dass es mein letztes Jahr geworden wäre, wollte ich mich noch ein letztes Mal für die EM, die diesen Sommer stattfinden hätte sollen, qualifizieren und als schönen Abschluss meiner Karriere dann nochmal Staatsmeisterschaften bei mir Zuhause in Linz schwimmen. Dann kam aber Corona und da war dann mal Stillstand. Keiner wusste, wann wieder Wettkämpfe geschwommen werden. Lange trainierten wir, um uns fit zu halten, wussten aber nicht wirklich wie es weiter geht. Mittlerweile wissen wir, dass wir von 01.-05.08.2020 unsere Staatsmeisterschaft haben, zwar in Graz und nicht in Linz, aber endlich haben wir wieder ein Ziel vor Augen und darauf freu ich mich schon sehr.

6. Glaubst du, es wird sich durch die Corona-Zeit etwas für deine Sportart verändern?

Ich denke direkt auf den Schwimmsport bezogen wird sich nicht viel ändern. Gerade jetzt im August bei den Meisterschaften – hoffe ich – werden alle darauf achten, die Abstände einzuhalten und es einfach genießen, wieder gegeneinander anzutreten.

7. Was sind deine sportlichen und persönlichen Ziele für die nächste Zukunft?

Mein sportliches Ziel für die Meisterschaften in Graz ist, nochmal alles raus zu hauen was geht, Spaß zu haben, die Zeit ein letztes Mal mit meinem Team genießen und versuchen, die eine oder andere Medaille zu gewinnen, hoffentlich auch eine in Gold.
Danach heißt es für mich Urlaub und danach Abtrainieren und ab September beginne ich meine Ausbildung beim Bundesheer.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!


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