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Gastbeitrag: Faire Finanzen im Fußball

© Daniel Leitner

EU-Abgeordneter Hannes Heide unterstützt die Forderung nach Beschränkungen von Gehalts- und Transferzahlungen. Sportliche Leistungen sollen wieder vor der Profitgier stehen.

Europas geballte Fußball-Elite spielt derzeit bei der EM auf. Während die Berufung in den EM-Kader großteils Ehrensache ist, geht es in den Klubs für die Spieler um Millionenbeträge. Die überdimensionalen Summen bei Spielergehältern und Transferzahlungen schaukeln sich immer mehr hoch. "Die EU muss für finanzielles Fair Play im Profifußball sorgen. Zwischen EU und den Verbänden sollte ein Konsens über Höchstgrenzen für Gehälter und Transferzahlungen gefunden werden", sagt SPÖ-Europaabgeordneter Hannes Heide.

Zusätzlich verzerren milliardenschwere Investments aus dem Ausland die Vereinslandschaft. Die Geschäftemacherei mit dem Fußball führt zu einem immer größeren Ungleichgewicht zwischen Profibereich und Amateurebene, wo überwiegend ehrenamtlich gearbeitet wird. Der COVID-bedingte Lockdown hat besonders diese Vereine schwer belastet und macht die Nachwuchsarbeit schwer.

"Von dieser Entwicklung profitieren nur die Geldgeber, aber Fußballkultur, Fans und auch der sportliche Wettbewerb leiden darunter", so Hannes Heide, Mitglied im Kulturausschuss und mitverantwortlich für den Sport-Bericht des Europäischen Parlaments. Neben der finanziellen Deckelung forderte Heide, einen gerechteren Verteilungsschlüssel bei der Ausschüttung der Einnahmen aus Medienrechten, von dem kleinere Vereine mehr als bisher profitieren sollen. Das wäre im Sinne des Solidaritätsgedankens, der das Europäische Sportmodell auszeichnet. Dieses Fair Play könnte lokalen Klubs über die Krise hinweghelfen und viele neue Karrieren im Spitzensport hervorbringen.

FOTOS © Daniel Leitner (1); pixabay (2)


14.06.2021, 16:44 Uhr

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