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Nachgefragt bei ... Daniela Iraschko-Stolz (36)

Nachgefragt bei ... Daniela Iraschko-Stolz (36)

Die ASKÖ hat sich bei Sportlerinnen und Sportlern erkundigt, wie es ihnen in der Coronakrise ergangen ist. Den Anfang macht Skispringerin Daniela Iraschko-Stolz.

Zu den größten Erfolgen der Skispringerin vom WSV Eisenerz zählen:

  • Olympiasilber
  • WM Gold
  • 2x WM Bronze (Einzel)
  • 3x WM Silber (Team)

1. Was hat für Dich persönlich der Corona-Shutdown im März 2020 bedeutet und was hat er für deine Sportart bedeutet?

COVID-19 bedeutete für uns Skispringer das vorzeitige Saisonende. Herren sowie Damen befanden sich zu diesem Zeitpunkt in Norwegen beim Saisonhöhepunkt RAW AIR Tournament. Die Situation war für Athleten, Verband und Betreuer keine leichte, denn die Gefahr von COVID-19 war bereits bekannt. Kurz vor der Weiterreise nach Russland bekamen wir seitens des ÖSV das Feedback, dass wir die Saison beenden werden, auch wenn die Wettkämpfe stattfinden. Das war eine sehr lobenswerte Vorgehensweise des ÖSV, weil der Kaderstatus usw. im Vorfeld garantiert wurden. Da viele Nationen unserer Vorgehensweise folgten, kam es schlussendlich auch von Seiten der FIS zur Absage aller weiteren Wettkämpfe.

2. Wie hat sich Dein Trainingsalltag verändert, bist du mit TrainerInnen, TrainingspartnerInnen oder TeamkollegInnen in Kontakt geblieben?

Vor der Saison ist nach der Saison. Das Training im Frühjahr, Sommer und Herbst ist das Wichtigste, es legt die Basis für einen erfolgreichen Winter. In der ersten Zeit war Homeoffice angesagt. Es gab natürlich regen Austausch mit meinen Betreuern bzgl. Trainingsplan und fast täglich Feedback. Ich trainiere, wie viele andere Athleten, im Olympiastützpunkt Innsbruck und die Kreativität unserer Trainer und Betreuer war unglaublich (Trainingscamp, Online Workout-Videos oder Erreichbarkeit). Ich denke, dass nicht alle Sportler in dieser schwierigen Zeit so viel Glück und Unterstützung hatten. 

3. Was bedeutet es für Dich, dass es derzeit keine Wettkämpfe/Turniere gibt?

Als Wintersportler hoffe ich auf einen weißen Winter mit Schnee und Zusehern sowie ein respektvolles Miteinander und keine COVID-19 Fälle. Das ist vielleicht utopisch, aber möglich.

4. Ist es schwer, sich dennoch für die Trainings zu motivieren?

Natürlich gibt es Tage, an denen man sich überwinden muss, aber auch nach 20 Jahren sind diese an einer Hand abzählbar. Meistens freue ich mich nach dem Training schon auf das nächste. Training ist nicht nur mein Job, sondern meine absolut liebste Teilzeitbeschäftigung, da mache ich dann gerne Überstunden. 

5. Haben sich durch die Corona-Zeit Deine Zielsetzungen verändert?

Zielsetzung haben sich nicht verändern, die Träume bleiben die gleichen. Ich würde sagen, die Wertschätzung und die Dankbarkeit haben sich verändert. Ich bin etwa extrem glücklich über meine Wohnsituation mit Garten. Auch der Kontakt zu Freunden und Familie ist via Handy gestiegen. Ich bin glücklich in Österreich zu wohnen, es fühlt sich fast wie im Paradies an. Der respektvolle Umgang, das Bewusstsein, Ältere zu schützen usw. - das sind Dinge, die nicht überall so selbstverständlich sind. Nicht zu vergessen ist auch unser einzigartiges Gesundheitssystem, die Wertschätzung gegenüber Verkäuferinnen und diversen Dienstleistern ist viel bewusster geworden. Es ist auch ein anderes Einkaufen – kein Erlebnis, aber irgendwie besonders, Abstand, Respekt, Hilfsbereitschaft und Konzentration auf das Wesentliche.

6. Glaubst du, es wird sich durch die Corona-Zeit etwas für deine Sportart verändern?

Die Welt und der Sport werden sich verändern – und müssen sich verändern. Jede Krise ist eine Chance. Vielleicht nutzen uns diese Erfahrungen der COVID-19 Krise auch im Sport, bei der Fairness oder im Klimawandel. Vielleicht rückt die Welt ein Stück weit zusammen. 

7. Was sind deine sportlichen und persönlichen Ziele für die nächste Zukunft?

Ganz klar: die WM in Oberstdorf 2021!

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine Zukunft!

 


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